Newsletter # 11/2025
Evangelische Hochschule Freiburg und Friedensinstitut Freiburg
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Liebe Leser*innen,
wir verstehen den Oberrhein als eine Art Blaupause für das gesamte Europa. Hier im Dreiländereck treffen Frankreich, die Schweiz und Deutschland aufeinander: mit unterschiedlichen Sprachen, Verwaltungsstrukturen und gesetzlichen Regelungen sowie mit unterschiedlichen Kulturen. Doch viel umfangreicher ist das Gemeinsame: der Wunsch nach der Stärkung dieser Region. Wir alle wissen, das geht nur zusammen. Mit dem Euro-Campus CELIS arbeiten wir ganz konkret an der europäischen Vernetzung pädagogischer und sozialarbeiterischer Professionen. Das trägt zur langfristigen Sicherung qualifizierter Fachkräfte in der Region bei und verbessert dadurch die Lebenssituation vieler Menschen.
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Ihre Professorin Dr.in Renate Kirchhoff Rektorin |
Drei Länder - eine Agenda
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Mit CELIS entsteht der erste trinationale Campus für Soziale Arbeit und Pädagogik im Dreiländereck
Sechs Hochschulen für Soziale Arbeit am Oberrhein sind Partner von CELIS, darunter die Evangelische Hochschule, ebenso Kommunen, Arbeitgebende und Praxiseinrichtungen. In der Oberrheinregion bringen sie gemeinsam ihre Kompetenzen ein: Dadurch entsteht eine enorme Innovationskraft in der Region, von der alle profitieren können. CELIS steht für die französische Bezeichnung „Campus européen de l’Intervention sociale“, gefördert wird es durch das Interreg-Oberrhein-Programm, die Région Grand Est und das Collectivité Européenne d’Alsace. mehr |
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Doppel-Bachelor jetzt möglich
Ab dem Wintersemester 2026/2027 werden die Abschlüsse des B.A. Kindheitspädagogik durch die EH Freiburg und die EDIAC Strasbourg gegenseitig anerkannt. Wer dann - nach dem Abschluss an der eigenen Hochschule - ein zusätzliches Semester an der Partnerhochschule studiert, kann den dortigen Bachelorabschluss erwerben: festgeschrieben in einem Vertrag, unterzeichnet von den Rektorinnen Prof.in Dr.in Renate Kirchhoff (EH Freiburg) und Christine Alves (EDIAC FORMATIONS Strasbourg). Das erhöht die Optionen auf Mobilität und die Mehrfachqualifikation angehender Fachkräfte. mehr |
Studierende: Soziale Arbeit europäisch denken
Studierende aller sechs CELIS-Hochschulen kamen zu einem Arbeitstreffen in die EH Freiburg. Sibylle Fischer, die CELIS-Beauftragte der Hochschule, ist beeindruckt von dem großen Interesse der Studierenden, Europa sozusagen unmittelbar vor der Haustüre mitgestalten zu wollen: „Genau das wollten wir mit dem Treffen anstoßen, und wir wollen Studierende frühzeitig und partizipativ in den Entwicklungsprozess einbinden. Wir möchten, dass sie den Spirit des Euro-Campus konkret selbst erleben und Lust bekommen, daran mitzuarbeiten“. mehr |
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Kinderschutz ist Kernanliegen
Ein starkes demokratisches Europa wächst vor allem durch die stetige Zusammenarbeit auf vielen Ebenen. CELIS schafft hierfür gute Bedingungen, an der EH Freiburg unter Koordination von Sibylle Fischer. Die Hochschule ist mit einem Schwerpunkt beteiligt: dem Kinderschutz. Ziel ist es, tragfähige, kultursensible und systemübergreifende Strukturen zu entwickeln. Ein Beispiel: Die Eltern eines Kindes leben getrennt, in Deutschland und in Frankreich. Das Kind geht in Deutschland zur Schule, diese stellt einen Hilfebedarf fest, der an das deutsche Jugendamt gemeldet wird. Dadurch entstehen Fragen: Was bedeutet Kindeswohlgefährdung im Dreiländereck? Wer ist für die Finanzierung zuständig? Wer hilft auf welcher Behördenebene? mehr |
Das Dorf in die Kirche lassen |
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Kälteschutz in ehemaliger Freiburger Kirche
Eine ehemalige Kirche in Freiburg ist nun Notschlafstelle für Wohnungslose. Dieser Kälteschutz ist ein gemeinsames Projekt von Evangelischer Kirche Freiburg und Diakonischem Werk, Evangelischer Hochschule Freiburg und Stadt Freiburg. Hier können 20 Personen pro Nacht unterkommen. Vor Ort kümmern sich Studierende aus unterschiedlichen Bachelor-Studiengängen der Evangelischen Hochschule unter der Leitung einer Fachkraft des Diakonischen Werks und einem Sicherheitsdienst um die Menschen. mehr |
Gesucht und gefunden: Modelle für neue Orte der Begegnung in kirchlichen Räumen
Wie können Kirchen, Pfarrhäuser, Gemeindesäle oder Kapellen neu zu lebendigen Orten der Begegnung werden? Mit dieser Frage beschäftigen sich seit Jahresbeginn 2025 fünf Modellgemeinden in Baden-Württemberg. Die Evangelische Hochschule Freiburg, vertreten durch Prof.in Dr.in Anni Hentschel und Prof. Dr. Dirk Oesselmann, und die Intersectoral School of Governance Baden-Württemberg führen die Wissenschaftliche Begleitforschung durch. Die Kirche soll buchstäblich im Dorf bleiben und mit neuem Leben gefüllt werden, so dass alle Menschen im Sozialraum davon profitieren können. Zwei sakrale und drei nicht-sakrale Gebäude wurden dabei in Aichstetten, Ehrenstetten, Völkersbach, Mägerkingen und Wertheim untersucht. mehr |
Professioneller Umgang mit Ekel- und Schamgefühlen |
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Ekelmanagement
Prof.in Dr.in Dorothee Gutknecht hat sich mit einer Herausforderung im pädagogischen Alltag, dem Umgang mit Ekel, befasst: „Ekel wird in pädagogischen Einrichtungen selten thematisiert, dabei kann hohe Sensitivität für Ekel die Fürsorgequalität empfindlich verringern und das Risiko von grenzverletzendem Verhalten erhöhen." Ekel hat viele Gesichter – und darf kein Tabu sein. Die Kindheitspädagogin wirft auch ein neues Licht auf Schamemotionen in der pädagogischen Beziehungsgestaltung. Wichtig seien eine bewusste Emotionsregulation, Selbstreflexion und kollegiale Unterstützung, um Kinder in vulnerablen Situationen würdevoll zu begleiten. mehr |
Silke Kaiser stärkt Familienrat |
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Gelingen von Familie im Fokus
Die Kindheitspädagogin Prof.in Dr.in Silke Kaiser wurde als neue stellvertretende Vorsitzende in den Geschäftsführenden Vorstand des Landesfamilienrates Baden-Württemberg gewählt. Der Familienrat setzt sich dafür ein, dass die Verantwortung für das Gelingen von Familie auch politisch und gesellschaftlich wahrgenommen wird. Kaiser bringt hierfür umfangreiche Erfahrungen und Kompetenzen ein. Sie forscht u.a. zu den Rahmenbedingungen des Aufwachsens von Kindern unter vierzehn Jahren: Das umfasst die Bedingungen in Kita, Schule und Familie. mehr |
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Mein Weg: Constantin Hruschka
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Recht ist kein starres Korsett
Im aktuellen Hochschulmagazin ev.olve mit dem Titel „das crazy" spricht Prof. Dr. Constantin Hruschka über seinen Weg, der ihn zur Evangelischen Hochschule geführt hat. Hruschka vermittelt Recht nicht als abstrakte Sammlung von Paragrafen, sondern als lebendiges System mit ethischen und gesellschaftlichen Dimensionen. Seine Studierenden sollen nicht nur lernen, Paragrafen zu zitieren, sondern auch verstehen, dass Recht ein Instrument ist, um Gesellschaft zu gestalten. „Recht ist kein starres Korsett. Es ist ein Raum, den wir mit Haltung füllen müssen.“ Er möchte die EH Freiburg als einen Ort bekanntmachen, an dem sich Studierende besonders gut für den Migrations- und Sozialbereich qualifizieren können. mehr |
Pitch von Stefanie Pietsch ist bei mit:forschen! erfolgreich |
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Bundesministerium stärkt partizipative Forschung
Die erste Runde der digitalen Fortbildungsreihe partX – ein Angebot von mit:forschen! Gemeinsam Wissen schaffen – wurde im Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) in Berlin feierlich abgeschlossen. Dr.in Stefanie Pietsch, Forschungsreferentin am IAF der EH Freiburg, hat mit ihrer Konzeption eines interaktiven Partizipationsparcours für Forschung überzeugt. In ihrem Grußwort betonte Dr.in Effrosyni Chelioti (im Bild li.), Abteilungsleiterin Strategien und Grundsatzfragen im BMFTR, die „Bedeutung partizipativer Forschung für eine zukunftsfähige Wissenschaftslandschaft“. mehr |
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Perspektiven der empirischen Kinder- und Jugendforschung: Zwischen Tür öffnen und Netzwerkarbeit: Soziale Arbeit als unterschätzte Schlüsselfigur an außerschulischen MINT-Lernorten FEL-Verlag (2025)
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Über den Begriff der „Kontrolle": Für die Soziale Arbeit haben die Fragen nach der Möglichkeit, der Funktion und der Legitimation von Kontrolle eine besondere Relevanz, da dort das Spannungsfeld von Hilfe und Kontrolle zu den Merkmalen zählt, die die Disziplin und Profession konstituieren. Björn Kraus, socialnet (2025)
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